Friday, April 11, 2008

Wasser und Stromknappheit in Addis

Es ist wirklich erstaunlich, also zumindest für mich, weil ich ja die Stadt sehr gut kenne und obgleich die Unterschiede zur hochentwickelten Welt natürlich enorm sind, ist Addis im Vergleich zum Rest von Äthiopien sehr hoch entwickelt und modern. Zur Zeit ist Trockenzeit am Horn von Afrika und das läßt auch Addis nicht unberührt. Wasserknappheit und unterbrochene Stromversorgung gehören praktisch zur Tagesordnung. Über die Woche verteilt wird tagsüber systematisch in Teilen der Stadt Strom abgeschaltet, weil die Wasserstände in der Flüßen und Reservoirs nicht ausreichen um genügend Strom zu erzeugen. Kürzlich habe ich erfahren, dass der ILRI Campus (wo ich gearbeitet habe) seit 2 Tagen autark mit Strom eines Generators versorgt wird. Er mußte für Wartungszwecke 1 Stunde abgeschaltet werden und das wärend der Arbeitszeit. Was das heißt, kein Strom für Computer etc. Hier bei uns wäre so etwas unvorstellbar. Die moderne Stadt wird solcherarts verwundbar. Die Menschen die am Land leben haben über Jahrhunderte iher eigene Strategien entwickelt um mit Wasserknappheit umzugehen. Wohin aber lang andauernde Dürre führen kann auch in Kombination mit rasantem Bevölkerungswachstum, kann sich wohl jeder selber ausdenken. Verschärfend kommt noch hinzu das durch negative Handelbilanz, steigende Weltmarktpreise die Inflation in Äthiopien schon 22% beträgt und weiter steigen dürfte.
Alles in allem sicher eine Situation die man genau beobachten muss. Lebensmittelhilfen haben die Menschen abhängig gemacht und einer ihrere Strategien beraubt mit Dürren umzugehen. Das Problem ist also nicht nur hausgemacht und klimabedingt sondern auch durch sogenannte Hilfe von außen mitverursacht. Das Problem allerdings nur auf einen Punkt zu reduzieren wäre etwas billig. Ursachen gibts viele, einfache Lösungen dafür vermutlich nicht, vorallem keine kurzfristigen die auch nur irgendeinen Ansatz von Nachhaltigkeit haben.

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